Hausmitteilungen
als Handlungsanweisung fürs nächste Silvester, die köstliche
Champagnersaufen wie ein Profi-Anleitung von Robert Lücke aus dem nein, nicht Handelsblatt, Elsa, der Financial Times Deutschland online. Iss jetzt was!
ElsaLaska - 2. Jan, 19:35
Ich hab hier den Prospekt eines wirklich exquisiten Hotels vor mir für eine redaktionelle Bearbeitung, mit allen möglichen Menüvorschlägen für Frühling, Sommer, Herbst und Winter und die ganzen Jahreszeiten dazwischen, keiner
u n t e r fünf Gängen und alle mit so schönen Zutaten wie Jakobsmuscheln, Carpaccio vom Steinbutt und Hummer, Holundersorbet etc. und liege jetzt bereits im Hungerkoma.
Ich sterbe.
Ich hab einen derartigen Hunger, dass ich zur Not sogar eine Räuberpfanne von castagir essen würde, wenn er kochen könnte und mich nicht lieber kaltlächelnd verrecken lassen würde.
*hätte Kriegsberichterstatterin werden sollen anstatt Lifestyle-Journalistin*
ElsaLaska - 2. Jan, 19:17
Wilder Kaiser vergibt das eingeschränkte Prädikat "Sehenswert, aber irgendwie dramaturgisch nicht so ganz ausgereift".
Ich hab auch schon bessere Filme gesehen, aber der Held ist dunkelhaarig, also ist es wurscht.
Und Ridley Scott hat glaube ich Frankreich sowie den kompletten Nahen Osten inklusive Mittelmeer irgendwo nachbauen lassen, weder Kosten noch Mühen gescheut, um die Belagerung Jerusalems mit mehr als circa dem Zehnfachen an Personal der Originalschlacht umzusetzen und möglicherweise für das kochende Öl, das sie von den Mauern schütten, eine weltweite Jahresbruttoölförderung verbraten - und ist überhaupt komplett wahnsinnig.
Ich frage mich, was er als nächstes Projekt auf seiner Liste hat. Konsequenterweise könnte er jetzt eigentlich nur noch "Warten auf Godot" verfilmen.
ElsaLaska - 1. Jan, 22:50
ist natürlich meinem Cousin Rudi gewidmet. Ich weiß, das kommt jetzt überraschend.
Wir haben seit Anfang November eine leicht gestörte Beziehung.
Den Grund dafür habe ich dokumentiert. Jedenfalls hatte er dieses Jahr nichts zu Weihnachten für mich. Das gab's noch nie. Er hatte bisher immer was für mich, und wenn es nur eine Kiste Birkenholz für den Kamin in Italien war. (Rudi ist begeisterter Hobby-Holzfäller). Jedenfalls klingelte heute Nacht mein Handy - es war aber nicht Colin, sondern Rudi, der mir ein gutes Neues Jahr wünschte. Wie immer um Mitternacht an Silvester befand er sich mitten auf der Autobahn. Sein Hund ist sehr sensibel und verträgt die Knallerei nicht. Deshalb fährt Rudi immer von 24 Uhr bis Ein Uhr wahrscheinlich als einziger Einwohner Deutschlands auf der Autobahn hin und her, in Schneesturm oder auf Blitzeis, das ist ihm egal.
Ich habe ihn spontan eingeladen, mal wieder auf ein Bierchen vorbei zu kommen. Und was soll ich sagen, er hat zugesagt.
Hätte ich mir einen besseren Jahresanfang ausdenken können?
Ich glaube nicht.
ElsaLaska - 1. Jan, 19:32
ElsaLaska - 30. Dez, 23:21
Wenn ich hier schon dank den Launen eines vergessenen niederen etruskischen Wettergottes ausharren muss, dann möchte ich auch bitte anständige Lebensmittel im Haus haben, denkt sich Konsumkrake Elsa und entscheidet sich dafür, ihr Turmzimmer endlich zu verlassen. In Richtung Supermarkt am Ende des Universums.
Laut Prospekt gibt es frische Austern, das ist ein Argument. Laut Anfahrtsskizze kann man diesen Supermarkt in einer fast schnurgerade verlaufenden Strecke (nicht übertunnelt) vom Turmzimmer aus erreichen und landet direkt in einem Parkhaus. Das ist günstig. Weniger günstig ist, dass ich mein Faltboot vergessen habe und deshalb von der Parkstation zum Eingang (überdacht) durch knietiefes Tauwasser anderer Autos stapfen muss. Dort begrüßt mich ein Schild "Bei Hupenalarm Fettabscheider in Gang setzen".
In bereits leicht euphorisierter Stimmung betrete ich die Verkaufsräume und siehe, sie haben alles Obst des bekannten Universums. Sie haben auch alles Gemüse, das kleinere und auch größere Schöpfergötter jemals erfunden haben. Die Fachabteilung für Essige erstreckt sich über die ganze Länge der ehemaligen Berliner Mauer und die Fachabteilung für Gewürzsoßen überbrückt zwei Mal hintereinander gelegt die Distanz Erde-Mond.
Ich torkele benommen herum und bleibe schließlich im Orbit der Fischtheke hängen, die der Größe nach dem Maracana-Stadion in Rio de Janeiro nachempfunden worden ist. Ich bin erschöpft. Mit glasigen Augen ordere ich hier und auf der Stelle vier Austern plus ein Glas Champagner und bitte um eine Gehhilfe. Der junge Mann von der Fischtheke umsorgt mich wie seine eigene Großmutter und nachdem ich mich gestärkt habe, kann ich sogar eine Diskussion über den Unterschied von fin de claires-Austern zu Galways führen und moderieren.
Mein Selbstvertrauen ist wieder auf der Höhe und mit fester Stimme bestelle ich eine Magnumdose Sevruga. Der junge Mann umarmt mich herzlich zum Abschied, schubst mich widerwillig aus seiner Umlaufbahn und bringt mich auf Kurs in Richtung Champagner und Weine. Dort verhindert der Promotions-Wallah der Geldermann-Privatkellerei einen neuerlichen Schwächeanfall, der sich strategisch günstig an der Eingangslinie dieser Abteilung von den Ausmaßen einer kleinen Reihenhauskolonie platziert hat. Ich trinke noch drei Gläschen und räume mit neuem Schwung eine Palette Moet Chandon ab.
An der Kasse wird klar, warum der Supermarkt am Rande des Universums "Scheck-in" heißt. Es ist ein sogenannter "sprechender Name", abgeleitet vom allseits bekannten "Bed-In". Der Supermarkt am Rande des Universums nimmt nämlich keine Kreditkarten. Während eines Bed-Ins geht man eine intensive und meditative Beziehung zu seinem Bett ein. Ein Scheck-In funktioniert nach dem selben Prinzip mit Schecks, wird aber stehend praktiziert. Der spirituelle Impact stellt sich, anders als beim Bed-In, mit einer leichten Zeitverzögerung ein: Nachdem man seine Beute zum Auto geflößt und zu Hause wieder ausgepackt hat.
ElsaLaska - 29. Dez, 16:47
Die Insiderfeten, da schlaf ich ein, ich will auch nicht in London sein.
Bei Sex und Drugs und Rock´n´Roll ist das Maß an Stumpfsinn voll.
Ich bleib kühl, kein Gefühl, kein Gefühl.
Blaue Augen
Ideal
ElsaLaska - 29. Dez, 00:57
And I love you now
Like I love you always ever
Kissing in the dark
Like a couple of Kids
You gave me life
You gave me light and thunder
Like a blind man sees
For the very first time
In Poison Street we'll go cracking
Through the walls that history made for us
In Poison Street we'll spring the traps
And race away
So just a Kick
For this dark damned city of ours
And a kiss
Yeah a kiss for you
And just a drink
A toast to the days to come
Now Poison Street won't break us anymore
Poison Street
New Model Army
Hörprobe Disc 1 Lied Nr. 5
ElsaLaska - 28. Dez, 21:29
dass das bisherige physikalische Weltbild außer Kraft gesetzt worden ist. Möglicherweise zeitgleich mit der Beschleunigung der Erddrehung.
Irgendein mythisches Tier hat die Sonne verschluckt. Anders kann es nicht sein.
*verhüllt ihr Haupt*
ElsaLaska - 28. Dez, 08:50
Das Rezept. Kinder bitte nicht nachmachen.
Wir benötigen:
1 Flasche weißen Tequila
1 Flasche Bitter Lemon
1 Wasserglas mit circa 0,4 l Fassungsvermögen
1 Bierdeckel resp. ein Küchenhandtuch
Das Wasserglas halb voll mit Tequila befüllen, den Rest mit Bitter Lemon aufschütten.
Das Glas mit einem Bierdeckel bedecken, nach dem zweiten Rapido empfiehlt sich zusätzlich ein Küchenhandtuch
Volle Kanne auf den Tisch damit hauen. Aber richtig feste. Jetzt schäumt es wie Hirsch.
Auf einen Zug leer trinken.
*Bitte, ich hab das seit 1989 in der kaukasischen Salzwüste auch nicht mehr getrunken, ich übernehme keine Verantwortung für Folgeschäden!*
ElsaLaska - 27. Dez, 21:21